Mehr Berufsorientierung an Ganztagsschulen in M-V: Rahmenvereinbarung zur „Beruflichen Orientierung“ unterzeichnet

Mehr Berufsorientierung an Ganztagsschulen in M-V:  Rahmenvereinbarung zur „Beruflichen Orientierung“ unterzeichnet
Foto: IHK zu Schwerin

Die Berufsorientierung soll bei den Ganztagsangeboten in den Schulen Mecklenburg-Vorpommerns künftig eine größere Rolle spielen. Dazu sind die Handwerkskammern, die Industrie- und Handelskammern, die Steuerberaterkammer und das Bildungswerk der Wirtschaft M-V der „Kooperationsinitiative für ganztägiges Lernen“ beigetreten. Bildungsministerin Simone Oldenburg und die Vertreter*innen der Wirtschaft haben am 11. Mai im Ludwig-Bölkow-Haus in Schwerin eine entsprechende Rahmenvereinbarung unterzeichnet.

Die Serviceagentur Ganztägig lernen M-V ist ein zentraler Akteur bei der Umsetzung dieser Kooperationsinitiative. „Wir unterstützen außerschulische Kooperationspartner dabei, passgenaue Angebote für Ganztagsschulen zu entwickeln und diese bekannt zu machen”, sagte Dr. Michael Retzar, Leiter der Serviceagentur, bei der Veranstaltung in Schwerin. Mit Austausch- und Begegnungsforen zwischen Schulen und Partnereinrichtungen, einer digitalen Kooperationsdatenbank sowie Informations- und Qualifizierungsveranstaltungen leistet die Serviceagentur einen wichtigen Beitrag für das Zustandekommen hochwertiger Kooperationsangebote an den ganztägig arbeitenden Schulen des Landes.

Bildungsministerin Simone Oldenburg hob den Wert berufsorientierender Ganztagsangebote für die persönliche Entwicklung der Schüler*innen hervor: „Den Beruf zu finden und zu ergreifen, der am besten den eigenen Talenten und Stärken entspricht, ist eine spannende Sache", sagte Simone Oldenburg. „Ganztagsangebote schaffen den Raum für weitere praxisorientierte Projekte, die den Schülerinnen und Schülern die Berufswahl erleichtern”, so die Ministerin.

Dr. Holger Stein, Präsident der Steuerberaterkammer M-V, wies darauf hin, dass über mehrere Jahre nicht besetzte Ausbildungsplätze in Zeiten von Fachkräftemangel schwerwiegende Konsequenzen haben und den Bestand einer Firma gefährden können. Heranwachsende sollten bereits während ihrer Schulzeit vielseitige Möglichkeiten zum Ausprobieren erhalten, um „frühzeitig ein Gefühl dafür zu bekommen, für welchen Zweck sie ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten am besten einsetzen können”.

Im Jahr 2018 hatte das Land die „Kooperationsinitiative für ganztägiges Lernen“ ins Leben gerufen und sich mit Dachverbänden und Netzwerken in den Bereichen Kinder- und Jugendbildung, Kultur und Sport sowie den Kirchen auf eine engere Zusammenarbeit verständigt. Der Verbund engagierter Partner von Schulen ist seitdem immer größer geworden und umfasst derzeit 18 Dachverbände. Im Schuljahr 2021/22 gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 349 ganztägig arbeitende Schulen in öffentlicher Trägerschaft. Damit ist die Teilnahme von ca. 75.000 Schüler*innen an Ganztagsangeboten gewährleistet.